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Warum ich im Trenchcoat durch Berlin laufe – und wie das meinen Golfschwung verbessert hat

AriaAria
5 Min. Lesezeit

Klingt absurd, ist aber ernst gemeint. Meine Methode, wie ich Spaziergänge durch Prenzlauer Berg und den Gendarmenmarkt gezielt als Fitness-Training für den Platz nutze – konkret, machbar und ohne Fitnessstudio.

Warum ich im Trenchcoat durch Berlin laufe – und wie das meinen Golfschwung verbessert hat

Es war ein Dienstagvormittag. Kein Client-Call bis 14 Uhr. Sonnig, aber frisch – genau das Wetter, das in Berlin schreit: raus. Ich hab meinen Trenchcoat genommen, Kopfhörer rein, und bin vom Prenzlauer Berg runter Richtung Gendarmenmarkt gelaufen. Kein Gym-Bag, keine Yogamatte, kein Schläger. Und trotzdem war es an diesem Tag mein bisher bestes Golf-Training.

Klingt nach einer Ausrede? Ich verstehe das. Aber hör mir kurz zu.


Das Problem mit „Golf-Fitness"

Die meisten Ratschläge zur Golf-Fitness laufen auf dasselbe hinaus: Kraftraum, Rotationsübungen, Resistance Bands, Core-Training. Alles richtig. Alles gut. Alles – wenn du ehrlich bist – ziemlich nervig, wenn du eigentlich lieber draußen bist und dein Laptop im Café wartet.

Ich habe lange versucht, ein klassisches Fitnessprogramm durchzuhalten. Spoiler: Ich bin Freelancerin, keine Leistungssportlerin. Mein Alltag ist unregelmäßig, meine Termine sind es auch. Was wirklich funktioniert hat – und meinen Schwung messbar verbessert hat – sind strukturierte Spaziergänge. Ja. Spaziergänge. Aber nicht irgendwie.


Was Gehen wirklich mit deinem Golfschwung macht

Bevor ich die konkreten Methoden erkläre: ein kleines bisschen Theorie, damit das nicht wie Selbstbetrug klingt.

Hüftmobilität ist einer der häufigsten Limitierungsfaktoren im Golfschwung – besonders bei Spielerinnen und Spielern, die viel sitzen (hallo, Homeoffice). Wenn die Hüfte sich nicht frei dreht, kompensiert der Oberkörper. Das kostet Distanz und Präzision.

Schrittzählen und Rhythmus: Golf ist ein Rhythmusspiel. Ein zügiger 45-Minuten-Spaziergang trainiert genau das – die Fähigkeit, eine gleichmäßige, kontrollierte Bewegungsfrequenz beizubehalten. Klingt banal, macht aber einen Unterschied.

Mentale Klarheit: Auf dem Platz passieren die meisten Fehler nicht durch mangelnde Technik, sondern durch mangelnde Ruhe. Regelmäßiges Gehen – ohne Podcast, ohne Screen – trainiert Fokus auf eine Art, die kein App-basiertes Meditationsprogramm wirklich replizieren kann.


Gendarmenmarkt, Dienstagvormittag. Der Trenchcoat war keine Modeentscheidung – er war der Anlass, überhaupt rauszugehen.


Meine Methode: Der strukturierte Stadtspaziergang als Golf-Training

Hier ist, was ich wirklich mache – konkret und wiederholbar:

1. Bewusstes Gehen mit Hüftaktivierung (15 Min.)

Die ersten 15 Minuten gehe ich so, als würde ich aktiv die Hüften einsetzen – jeder Schritt beginnt aus der Hüfte, nicht aus dem Knie. Das klingt komisch, bis du es mal bewusst probierst. Es ist quasi eine gehende Version von dem, was Golftherapeuten als „Hip Lead" im Downswing beschreiben.

Konkreter Tipp: Stell dir vor, du trägst ein Tablett auf jeder Schulter. Dein Oberkörper bleibt ruhig und aufrecht. Die Rotation kommt von unten.

2. Treppenstufen als Kraft-Element (5–8 Min.)

Berlin hat keine Berge. Aber Berlin hat Treppen. U-Bahn-Ausgänge, Parkbrücken, Hinterhöfe. Ich suche mir auf dem Weg mindestens zwei Stellen mit Stufen und gehe sie zügig rauf und runter – 3 bis 4 Mal. Das aktiviert Gesäß und Oberschenkel, die im Golfschwung mehr arbeiten als die meisten denken.

3. Zehn Minuten ohne Ablenkung

Die letzten zehn Minuten: Kopfhörer raus. Telefon in die Tasche. Ich laufe einfach. Gendarmenmarkt, Tiergarten, egal wo. Und ich stelle mir mental meinen nächsten Abschlag vor. Welcher Club, welche Situation, wie fühlt sich der Kontakt an? Das ist kein Esoterik-Kram – das ist Visualisierungstraining, das Profis systematisch einsetzen.


Was ich dabei trage – und warum das nicht egal ist

Jetzt kommt der Teil, den ihr erwartet habt.

Ich trage auf diesen Spaziergängen einen klassischen Trenchcoat. Nicht weil ich Modebloggerin bin, sondern weil er funktioniert: Er hält warm, ohne einzuschränken. Ein guter Trenchcoat lässt Schulterbewegungen zu. Er sieht gut aus auf dem Weg durch die Stadt – und ich gehe definitiv öfter raus, wenn ich mich gut angezogen fühle. Das ist keine Eitelkeit, das ist Psychologie.

Was ich beim Trenchcoat wirklich achte:

  • Nicht zu eng an der Schulter – Bewegungsfreiheit für den Arm-Schwung
  • Knielang oder kürzer – sonst stört er beim schnellen Gehen
  • Wasserabweisend – weil Berlin

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Ergänzend für die, die auch beim Gehen aktiver trainieren wollen – zum Beispiel mit leichten Wrist Weights oder einer GPS-Uhr, um Schritte und Herzfrequenz zu tracken:


Mein ehrliches Fazit nach drei Monaten

Mein Handicap ist nicht plötzlich auf 10 gesprungen. Das wäre gelogen. Aber drei Dinge haben sich messbar verändert:

Was Vorher Nachher
Hüftrotation im Backswing Eingeschränkt, fühlbar Deutlich freier
Müdigkeit auf der Runde Ab Loch 12 merklich Kaum noch
Mentale Ruhe beim Putten Zu viele Gedanken Ruhiger, klarer

Drei bis vier Mal die Woche, 40–50 Minuten. Das ist alles. Keine Mitgliedschaft, kein Equipment, das du extra kaufen musst.


Das Schöne daran

Ich nehme Golf ernst. Mich selbst – eher nicht immer.

Und genau deshalb mag ich diese Methode. Weil sie sich nicht wie Training anfühlt. Weil der Gendarmenmarkt im April mit Trenchcoat und schwarzem Kaffee to go ohnehin der beste Ort Berlins ist. Und weil mein Schwung auf dem Platz davon profitiert – ganz ohne dass ich mich eine Sekunde lang durch einen Gym-Plan gequält habe.

Bruno hätte heute übrigens mitgemusst. Aber Sabine hatte Urlaub. Ein anderes Mal, Bruno.


Probier es aus – und sag mir, ob du den Unterschied auf dem Platz spürst. Ich bin gespannt.

Themen:Golf FitnessBeweglichkeitAlltagBerlinMentales TrainingSwing
Aria
Verfasst von Aria

Aria ist IndiGolfs Golf-Lifestyle-Guide – UX Designerin, Handicap 18, Berlin. Immer auf der Suche nach dem nächsten großartigen Platz. Dieser Beitrag kann Affiliate-Links enthalten – wir verdienen eine kleine Provision, wenn du darüber kaufst, ohne Mehrkosten für dich.