Berge im Rücken, dünne Luft in den Lungen und ein Abschlag, der gefühlt ewig fliegt – Hochgebirgs-Golf ist eine eigene Welt. Ich war in Österreich und der Schweiz unterwegs und habe fünf Plätze gefunden, für die ich sofort wieder einpacken würde.
Golf in Österreich und der Schweiz: Bergplätze, die den Umweg wirklich wert sind
Es war an einem Dienstagmorgen in Kitzbühel. Nebel hing noch tief im Tal, die Berge steckten halb in Wolken, und ich stand auf dem ersten Abschlag mit einer Sicht, die ich am liebsten eingerahmt hätte. Der Ball flog. Und flog. Und flog noch ein bisschen weiter als sonst – weil Luft auf 800 Metern eben weniger Widerstand bietet, als ich es aus Berlin gewohnt bin.
Das ist Bergplatz-Golf. Und ja, ich bin süchtig.
Ich nehme Golf ernst. Mich selbst – eher nicht immer. Aber wenn es um die Frage geht, ob ein Platz den Umweg wert ist, dann werde ich sehr konkret. Kein „schöne Landschaft, tolle Atmosphäre". Ich sage dir, welche Löcher dich fordern, was du einpacken musst, was der Platz kostet – und ob das Restaurant danach die Quiche-Lorraine serviert, die einen entschädigt, wenn Loch 14 einen zerstört hat.
Warum Bergplätze technisch eine eigene Kategorie sind
Bevor wir zu den konkreten Empfehlungen kommen: Bergplätze verlangen andere Skills als flache Parklandkurse. Drei Dinge, die mich beim ersten Alpen-Trip völlig überrascht haben:
Die Höhe verändert deine Schlagweite. Auf 800–1.400 Metern fliegt der Ball je nach Höhe 5–10 % weiter. Das klingt schön, bis man mit einem 7-Eisen über das Grün hinausschießt, das man eigentlich perfekt getroffen hat. Einschlagdenken, eine Nummer kürzer als gewohnt.
Hanglagen sind kein Spaß, wenn man sie nicht kennt. Aufhängendes Gelände, Sidehill-Lies, abfallende Fairways – Bergplätze haben das alles gleichzeitig. Ein Chipping-Kurs vorher lohnt sich.
Ein Entfernungsmesser ist hier kein Luxus, sondern Pflicht. GPS-Uhren können auf verschlungenen Bergbahnen ungenau sein. Ein guter Laser-Rangefinder zeigt dir, was wirklich zwischen dir und der Fahne liegt.
Mein aktueller Begleiter auf solchen Trips: ein kompakter Laser-Entfernungsmesser mit Slope-Funktion – also Höhenkorrektur für geneigte Fairways. Ein absoluter Gamechanger in den Bergen.
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Fünf Bergplätze, die ich persönlich empfehle
1. Golfclub Kitzbühel-Schwarzsee, Österreich
Warum hierher? Kitzbühel ist im Winter das, was es auch im Sommer ist: eine Kulisse, die sich ein Regisseur ausgedacht haben könnte. Der Platz liegt direkt neben dem Schwarzsee, Bergpanorama inklusive, und ist für einen Alpenplatz überraschend gut zu Fuß spielbar.
Der Platz: 18 Löcher, Par 72, mittleres Handicap-Limit für Greenfee-Spieler (Handicap 36). Die ersten neun sind hügeliger, die hinteren neun etwas flacher – ideal, wenn du dich erst eingrooven willst.
Was mich überrascht hat: Loch 12 – ein Par 3 mit einem Abschlag direkt am Hang, Grün 40 Meter tiefer. Ich habe drei Bälle gebraucht, um zu verstehen, dass „kürzer schlagen" in diesem Fall nicht bedeutet, die Nerven zu verlieren.
Greenfee: Ca. 75–90 € je nach Saison. Buchbar direkt über die Platz-Website.
Mein Tipp: Früh anfangen. Um 7:30 Uhr ist der Platz noch in Ruhe, das Licht ist magisch, und du hast Zeit, dich an die Hanglagen zu gewöhnen, bevor der Betrieb anfängt.
2. Golf Arosa, Schweiz
Warum hierher? Arosa liegt auf 1.800 Metern. Das ist kein Bergplatz mehr – das ist Hochgebirgs-Golf. Neun Löcher, aber die reichen völlig. Der Platz zählt zu den höchstgelegenen Golfplätzen Europas und ist ein echtes Erlebnis.
Der Platz: 9 Löcher, Par 36. Klingt überschaubar, ist es aber nicht. Jedes Loch hat seinen eigenen Charakter: Bergbäche queren Fairways, Hanglagen sind die Regel, nicht die Ausnahme. Die Höhenluft macht nach Runde eins schon müde – ich spreche aus Erfahrung.
Was mich überrascht hat: Mein Driver-Schlag ist auf dieser Höhe locker 20 Meter weiter geflogen als sonst. Das ist gleichzeitig beeindruckend und gefährlich, wenn man es nicht einkalkuliert.
Greenfee: Ca. 60–75 CHF (Schweizer Franken, also etwas teurer). Anreise empfiehlt sich mit der Bahn – die Panoramastrecke von Chur nach Arosa ist selbst schon eine Reise wert.
Mein Tipp: Leihe vor Ort einen Trolley. Die Steigungen sind real. Und nimm einen leichten Windbreaker mit – selbst im Sommer kann es oben ungemütlich werden.
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3. Golfclub Zell am See–Kaprun, Österreich
Warum hierher? Weil das Salzburger Land im Herbst eine andere Farbe bekommt – und weil dieser Platz bei Handicap-18-Spielerinnen wie mir faire Momente lässt, ohne langweilig zu sein.
Der Platz: 18 Löcher, Par 72. Panoramablick auf den Zeller See und die Hohen Tauern. Das Fairway auf Loch 7 fällt so gleichmäßig ab, dass ich kurz gedacht habe, ich hätte endlich einen guten Driver-Schwung. Hatte ich nicht. Aber es hat sich gut angefühlt.
Was mich überrascht hat: Die Pflege des Platzes ist sehr gut. Fairways eng und fair, Grüns schnell aber nicht unfair. Und das Clubrestaurant – Wiener Schnitzel, hausgemacht, 14 € – ist ein Argument an sich.
Greenfee: Ca. 85–105 € je nach Saison. Frühbucher-Rabatte über die Platz-Website möglich.
Mein Tipp: Kombiniere den Trip mit einem Tag Wandern oder einer Bootsfahrt auf dem Zeller See. Das ist kein Luxus – das ist mentale Regeneration, die dein nächstes Runde besser macht. Versprochen.
4. Golf Crans-sur-Sierre, Schweiz (Crans-Montana)
Warum hierher? Weil dieser Platz auf der Tour-Karte steht – die European Masters werden hier gespielt – und weil es ein besonderes Gefühl ist, auf denselben Grüns zu putten wie die Profis.
Der Platz: 18 Löcher, Par 72, auf 1.500 Metern. Spektakulärer Blick aufs Rhônetal und die Walliser Alpen. Die Grüns sind anspruchsvoll – schnell, leicht gewellt, manchmal fies. Ich hab auf diesem Platz gelernt, dass ich mein Putting-Spiel noch sehr verbessern kann.
Was mich überrascht hat: Wie offen der Platz für Gast-Golfer ist. Ich hatte einen Handicap-Nachweis dabei (immer empfehlenswert!), der Check-in war unkompliziert, und das Pro-Shop-Team hat mir auf Anhieb drei hilfreiche Tipps für die schwierigsten Löcher gegeben.
Greenfee: Ca. 100–130 CHF. Das ist Geld – aber dieser Platz ist eine Kategorie für sich.
Mein Tipp: Buche einen Caddy, wenn du zum ersten Mal dort spielst. Nicht weil du es nicht alleine schaffst, sondern weil ein lokaler Caddy die Grüns liest wie kein GPS der Welt.
5. Golfclub Seefeld-Wildmoos, Österreich
Warum hierher? Weil Seefeld ein echtes Geheimtipp-Feeling hat. Weniger bekannt als Kitzbühel, weniger überlaufen, aber genauso schön.
Der Platz: 18 Löcher, Par 72 auf ca. 1.200 Metern. Waldplatz mit Wiesen, Bergbächen und Rehen, die gelegentlich das Fairway queren – ich schwöre, das ist kein Witz. Ich hab einmal 10 Minuten gewartet, weil eine Hirschkuh sich für meine Spiellinie interessiert hat.
Was mich überrascht hat: Die Ruhe. Kein lautes Clubhouse-Gewusel, kein Betrieb auf dem Platz. Wenn du Golf in Stille spielen willst – hier ist dein Platz.
Greenfee: Ca. 60–80 €, sehr faire Preise für ein solches Erlebnis.
Mein Tipp: Nimm dir nach der Runde Zeit für die Terrasse des Clubhauses. Blick auf die Berge, Apfelstrudel, Verlängerung der mentalen Auszeit.
Was du für Alpen-Golf-Trips einpacken solltest
.jpeg) Planung beginnt zu Hause – Bergplätze verlangen mehr Vorbereitung als Flachlandkurse.
Packing-Liste aus meiner eigenen Erfahrung – kein generisches Zeug, sondern was wirklich gefehlt hätte:
| Was | Warum |
|---|---|
| Laser-Entfernungsmesser mit Slope | Höhenkorrektur ist auf Bergplätzen kein Feature, sondern Notwendigkeit |
| Leichter, packbarer Windbreaker | Bergwetter wechselt – auch im September/Oktober |
| Wasserfester Sonnenschutz SPF 50+ | Auf 1.500 m trifft UV-Strahlung härter als im Flachland |
| Golfschuhe mit gutem Grip | Feuchte Morgengräser auf Hanglagen – kein Spaß ohne Profil |
| Handicap-Ausweis (physisch oder digital) | Schweizer und österreichische Plätze verlangen ihn regelmäßig |
| Kleine Regenjacke im Bag | Berge. Regen. Du weißt es. |
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Die ehrliche Kehrseite
Ich wäre nicht ich, wenn ich nur Begeisterung verbreiten würde. Also kurz die Punkte, die man vorher wissen sollte:
Bergplätze sind anstrengend. Nicht nur technisch, auch körperlich. Nach 18 Löchern auf Hanglagen bin ich müder als nach einer Flachland-Runde. Das ist kein Nachteil, aber man sollte es wissen.
Die Anreise kostet Zeit. Die schönsten Plätze liegen nicht im Zentrum. Arosa erreichst du bequem mit der Bahn, aber für Seefeld brauchst du ein Auto oder gute Verbindungen. Plane Puffer ein.
Schweizer Plätze sind preislich eine eigene Kategorie. Crans-Montana und Arosa sind tolle Erfahrungen – aber sie kosten entsprechend. Wer budgetbewusster reist, ist in Österreich aktuell besser aufgehoben.
Mein persönliches Fazit
Ich habe in den letzten zwei Jahren fünf europäische Golf-Destinationen bereist. Alpen-Golf ist in dieser Liste auf Platz zwei – direkt hinter Portugal, weil Portugal unfairer Weise immer besser ist. Aber für „Golf und gleichzeitig das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu sein" gibt es nichts Besseres als die Bergplätze in Österreich und der Schweiz.
Du brauchst kein niedriges Handicap. Du brauchst Neug

Aria ist IndiGolfs Golf-Lifestyle-Guide – UX Designerin, Handicap 18, Berlin. Immer auf der Suche nach dem nächsten großartigen Platz. Dieser Beitrag kann Affiliate-Links enthalten – wir verdienen eine kleine Provision, wenn du darüber kaufst, ohne Mehrkosten für dich.
