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Par, Birdie, Bogey – die Golf-Zählweise endlich verstehen (ohne Kopfschmerzen)

AriaAria
7 Min. Lesezeit

Als ich das erste Mal auf einem Golfplatz stand, hatte ich absolut keine Ahnung, warum alle von „Bogey' redeten und ob das gut oder schlecht war. Drei Jahre später kann ich dir genau erklären, wie die Golf-Zählweise funktioniert – und warum sie eigentlich cleverer ist, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Par, Birdie, Bogey – die Golf-Zählweise endlich verstehen (ohne Kopfschmerzen)

Ich erinnere mich noch genau: Mein erster richtiger Platzrunde-Versuch, Handicap noch frisch in der Tasche, Mitspieler irgendwie nett aber eindeutig erfahrener. Nach dem zweiten Loch dreht sich einer zu mir und sagt: „Na, Doppelbogey ist doch ein guter Anfang." Ich habe gelächelt. Ich hatte keine Ahnung, ob ich mich freuen oder schämen sollte.

Falls du gerade irgendwo zwischen „Was ist eigentlich Par?" und „Wieso reden alle so komisch?" stehst – dieser Artikel ist für dich. Ich erkläre dir die komplette Golf-Zählweise von Grund auf. Kein Fachchinesisch, keine Annahmen, kein „das weißt du ja eh schon".


Das Fundament: Was bedeutet „Par"?

Par ist der Ausgangspunkt von allem. Das Wort kommt aus dem Lateinischen (par = gleich) und beschreibt die Anzahl an Schlägen, die ein sehr guter Spieler braucht, um ein bestimmtes Loch zu spielen.

Jedes Loch auf einem Golfplatz hat sein eigenes Par – entweder Par 3, Par 4 oder Par 5. Das hängt von der Länge des Lochs ab:

Loch-Typ Ungefähre Länge Erklärung
Par 3 bis ca. 230 m Ein guter Spieler erreicht das Grün mit einem Schlag
Par 4 ca. 230–430 m Zwei Schläge zum Grün, zwei Putts
Par 5 ab ca. 430 m Drei Schläge zum Grün, zwei Putts

Das Geheimnis: In der Berechnung von Par sind immer zwei Putts eingerechnet. Der „Richtwert" für ein Par-4-Loch sieht also so aus: 1 Abschlag + 1 Schlag aufs Grün + 2 Putts = 4 Schläge.

Ein kompletter 18-Loch-Platz hat meistens ein Gesamt-Par von 70 bis 72. Das steht auf deiner Scorekarte ganz oben.


Die Schlag-Hierarchie: Von Eagle bis zum Triple-Bogey

Jetzt wird's interessant. Alle Begriffe beziehen sich immer auf Par – also auf die Differenz zwischen deiner tatsächlichen Schlagzahl und dem Soll.

Unter Par – die guten Nachrichten

Hole-in-One (Ass) Ein Schlag, Loch drin. Passiert auf Par-3-Löchern. Selten. Legendär. Wenn es dir passiert, zahlst du traditionell eine Runde aus. Ich warte noch auf diesen Moment – und habe schon mal vorsorglich den Geldbeutel dabei.

Albatross (Doppel-Eagle) Drei Schläge unter Par. Also ein Par-5-Loch in zwei Schlägen. So selten, dass die meisten Amateurgolfer diesen Begriff ihr ganzes Leben nur theoretisch kennen.

Eagle Zwei Schläge unter Par. Ein Par-5-Loch in drei Schlägen, oder ein Par-4-Loch in zwei Schlägen. Kommt vor. Selten, aber real. Ich war noch nie so nah dran, dass ich ernsthaft davon berichten könnte.

Birdie Ein Schlag unter Par. Das ist das erste richtige Erfolgserlebnis, das sich für die meisten Einsteiger real anfühlt. Mein erstes Birdie war auf einem kurzen Par 4 in Portugal – ich hab es danach mindestens zwanzig Mal erwähnt. In diesem Gespräch hier das einundzwanzigste Mal.

Auf Par

Par Du spielst das Loch in genau der Sollanzahl. Das klingt unspektakulär, fühlt sich aber mit Handicap 18 absolut großartig an. Jedes einzelne Mal.

Über Par – willkommen im Alltag der meisten von uns

Bogey Ein Schlag über Par. Auf einem Par-4-Loch also 5 Schläge. Für Einsteiger und Mittelspieler ist ein Bogey ein absolut normales Ergebnis. Manche Spieler spielen sogar nach dem sogenannten Bogey-Golf – also konsequent ein Schlag über Par als Ziel. Das ist keine Schande, das ist Strategie.

Doppelbogey Zwei Schläge über Par. Auf einem Par-4-Loch: 6 Schläge. Passiert. Oft sogar mehrfach pro Runde, wenn man noch lernt. Mein Mitspieler damals hat mir damit eigentlich ein Kompliment gemacht – ich hatte es nur noch nicht einordnen können.

Triple-Bogey und mehr Drei oder mehr Schläge über Par. Hier fangen manche Scorekarten an, Symbole zu verwenden: Kreise für unter Par, einfache Markierung für Par, Quadrate für Bogey. Ab einer gewissen Schlagzahl wird einfach ein NR (Nicht gewertet) eingetragen, vor allem bei Turnieren mit bestimmten Handicap-Regeln.


Die Scorekarte – dein kleinstes Notizbuch mit dem größten Informationsgehalt

Eine Scorekarte sieht auf den ersten Blick aus wie eine Tabelle, die jemand im Schlaf entworfen hat. Ist sie nicht. Hier, was die wichtigsten Felder bedeuten:

  • Hole / Loch: Nummerierung 1–18
  • Par: Das Soll für jedes Loch
  • Index / HCP: Die Schwierigkeit des Lochs im Handicap-System (1 = schwerstes Loch)
  • Yards/Meter: Die Länge vom jeweiligen Abschlag
  • Gross Score: Deine tatsächliche Schlagzahl
  • Net Score: Deine Schlagzahl minus Vorgabe-Strokes (dazu gleich mehr)
  • Out / In: Die Summe der ersten neun und der zweiten neun Löcher

Tipp aus eigener Erfahrung: Trag deine Schläge direkt nach jedem Loch ein. Nicht nach drei Löchern aus dem Gedächtnis. Das Gedächtnis lügt – und meistens zu deinen Ungunsten.


Handicap und Netto: Warum auch Einsteiger gewinnen können

Das Geniale am Golf: Du musst nicht der Beste sein, um eine faire Runde zu spielen. Das Handicap-System sorgt dafür, dass ein Spieler mit Handicap 18 und ein Spieler mit Handicap 4 trotzdem fair gegeneinander spielen können.

Wie funktioniert das konkret?

Dein Handicap gibt an, um wie viele Schläge du schlechter bist als ein sehr guter Spieler. Bei Handicap 18 bekommst du pro Runde 18 Vorgabe-Schläge – verteilt auf die 18 schwierigsten Löcher (erkennbar am HCP-Index auf der Scorekarte). Auf diesen Löchern darfst du einen Schlag mehr benötigen, ohne dass er in die Wertung geht.

Das bedeutet: Dein Netto-Score (also Gross minus Handicap-Strokes) ist die eigentlich faire Vergleichszahl.

Ich nehme Golf ernst. Mich selbst – eher nicht immer. Aber das Handicap-System? Das finde ich wirklich fair durchdacht.


Stableford – wenn die normale Zählweise nicht reicht

Neben der klassischen Zählweise (auch „Strokeplay" genannt) gibt es noch das Stableford-System, das für Einsteiger besonders angenehm ist.

Hier sammelst du Punkte, statt Schläge zu zählen:

Ergebnis Punkte
Doppelbogey oder schlechter 0 Punkte
Bogey 1 Punkt
Par 2 Punkte
Birdie 3 Punkte
Eagle 4 Punkte
Albatross 5 Punkte

Der Vorteil: Ein katastrophales Loch mit 8 Schlägen zerstört nicht dein gesamtes Ergebnis. Du bekommst einfach 0 Punkte und machst weiter. Beim Stableford gilt: Je mehr Punkte, desto besser.

Für viele Einsteiger-Turniere und gesellige Clubrunden wird Stableford gespielt. Mein klare Empfehlung: Wenn du zum ersten Mal an einem Turnier teilnimmst, hoffe auf Stableford.


Schnell-Referenz: Alle Begriffe auf einen Blick

Begriff Schläge vs. Par Beispiel auf Par 4
Hole-in-One –3 (nur Par 3)
Albatross –3 1 Schlag
Eagle –2 2 Schläge
Birdie –1 3 Schläge
Par 0 4 Schläge
Bogey +1 5 Schläge
Doppelbogey +2 6 Schläge
Triple-Bogey +3 7 Schläge

Was du wirklich brauchst, um loszulegen

Wenn du noch ganz am Anfang stehst und die Theorie jetzt in die Praxis umsetzen willst, brauchst du vor allem eines: ein paar Runden spielen. Klingt banal, ist aber die einzige Art, wie das alles wirklich im Kopf bleibt.

Für den Start empfehle ich ein einfaches Notizbuch oder eine Scorekarten-App. Viele Golfplätze haben kostenlose Scorekarten am Starter-Häuschen – nimm dir immer eine. Und wenn du verstehen willst, wie weit deine Schläge wirklich gehen, hilft ein Entfernungsmesser enorm beim Lernen:

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Nicht weil du ihn unbedingt brauchst. Sondern weil es hilft, Abstände zu verinnerlichen – und weil „Ich hatte keine Ahnung, wie weit das noch war" kein Lernfortschritt ist.


Mein ehrliches Fazit

Die Golf-Zählweise ist nach 20 Minuten Lesen verstanden. Das Spielen danach braucht ein bisschen länger. Aber genau das macht Golf aus: Du kommst jede Woche ein kleines bisschen weiter. Und irgendwann, auf irgendeinem Loch, machst du ein Birdie – und redest danach drei Wochen davon.

Ich nehme Golf ernst. Mich selbst – eher nicht immer. Aber diesen Moment, wenn die Zählweise plötzlich Sinn ergibt und du weißt, was du tust? Den gönne ich dir von ganzem Herzen.

Fragen zur Zählweise oder der Scorekarte? Schreib mir – ich antworte immer.

Themen:Golf ZählweisePar Birdie BogeyGolf Regeln EinsteigerScorekarteGolf lernenHandicap
Aria
Verfasst von Aria

Aria ist IndiGolfs Golf-Lifestyle-Guide – UX Designerin, Handicap 18, Berlin. Immer auf der Suche nach dem nächsten großartigen Platz. Dieser Beitrag kann Affiliate-Links enthalten – wir verdienen eine kleine Provision, wenn du darüber kaufst, ohne Mehrkosten für dich.