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Golf-Trip als Freelancerin planen: Wie ich Arbeit, Platz und Reise wirklich unter einen Hut bringe

AriaAria
8 Min. Lesezeit

Drei Meetings, ein Abschlag um 14 Uhr und ein Resort-WLAN, das ich vorher telefonisch gecheckt habe – so funktioniert mein Leben als Golf-Freelancerin. Hier sind meine ehrlichsten Tipps, keine Instagram-Fantasie.

Golf-Trip als Freelancerin planen: Wie ich Arbeit, Platz und Reise wirklich unter einen Hut bringe

Ich sitze in einem hellen Zimmer irgendwo an der Algarve. Draußen: 24 Grad, Pinien, ein Golfplatz, der aussieht wie ein Gemälde meiner Mutter. Vor mir: ein halbgeleerter schwarzer Kaffee und ein Figma-File, das bis 12 Uhr fertig sein muss. Um 14 Uhr habe ich einen Tee Time gebucht.

Das ist keine Ausnahme. Das ist mein normaler Dienstag.

Aber – und das muss ich ehrlich sagen – es hat eine Weile gedauert, bis diese Balance funktioniert hat. Meine ersten Workation-Golf-Trips endeten entweder mit schlechtem Gewissen gegenüber Kunden oder schlechtem Handicap, weil ich zu gestresst auf dem Platz war. Beides blöd.

Hier ist, was ich gelernt habe.


Schritt 1: Die Destination strategisch wählen – nicht romantisch

Der größte Fehler, den ich früh gemacht habe: Ich habe ein Resort gebucht, weil es auf Instagram traumhaft aussah. Die Realität? Das WLAN war eine Katastrophe, der nächste Kaffee-Shop 20 Minuten entfernt, und die Zeitzone war ungünstig für meine Londoner Kunden.

Jetzt wähle ich Destinationen nach vier Kriterien:

Zeitzone: Maximal ±2 Stunden zu Berlin. Das bedeutet: Portugal, Spanien, Marokko, Kroatien, Zypern. Alles davon hat exzellente Golfplätze. Japan und Mauritius sind auf meiner Liste – aber für echte Urlaubswochen, nicht für Workations.

WLAN im Resort: Ich rufe tatsächlich vorher an. Nicht per Mail – telefonisch. Ich frage: „Haben Sie stabile Verbindung auf den Zimmern für Video Calls?" Hotels, die zögern oder sagen „in der Lobby", kommen nicht in die engere Wahl. Das klingt kleinlich. Es ist nicht kleinlich. Es ist die Grundlage für alles.

Platz-Dichte: Lieber eine Region mit drei soliden Plätzen als ein einziges Trophy-Resort. Wenn ein Platz aus irgendeinem Grund nicht klappt (zu vollständig, schlechtes Wetter, überbucht), habe ich Alternativen.

Lokale Infrastruktur: Gibt es in der Nähe Cafés oder Co-Working-Spaces? Einen Supermarkt? Ein Restaurant, das nicht nur auf Touristen ausgelegt ist? Mein Lieblingsresort in der Algarve liegt 10 Minuten von einem kleinen Dorf entfernt. Beste Pastéis de Nata meines Lebens. Kein Witz.


Schritt 2: Die Woche vor Abreise – mein echtes System

Ich nehme mir zwei Wochen vor jedem Trip einen halben Tag, um die Reise operativ durchzuplanen. Das klingt übertrieben. Es ist es nicht.

Kunden kommunizieren: Ich informiere alle aktiven Kunden 10 Tage vorher. Nicht mit einer langen Erklärung – nur: „Ich bin vom X bis Y remote aus Südportugal erreichbar, Reaktionszeit unter vier Stunden, Video Calls wie gewohnt." Kein Mensch hat jemals ein Problem damit gehabt. Aber alle reagieren anders, wenn es eine Überraschung ist.

Tee Times vorbuchen: Für ein 5-Tage-Trip buche ich maximal 3 Runden. Nicht mehr. Ich habe einmal versucht, vier Runden in fünf Tagen zu spielen und dabei remote zu arbeiten. Das war eine schlechte Entscheidung für mein Handicap und meine Nerven.

Deadlines nach vorne verlagern: Was in der Reisewoche fällig ist, erledige ich davor. Das gibt mir auf dem Trip mentale Freiheit. Wenn ich auf dem Abschlag stehe und weiß, dass ein Projekt hängt, ist mein Schwung garantiert verkrampft. Das macht keinen Spaß.


Schritt 3: Das Gepäck – ehrlich und effizient

Ich reise mit Handgepäck plus einer aufgegebenen Golftasche. Das war anfangs ein Experiment. Jetzt ist es Standard.

Kleidung: Fünf Tage, fünf Golf-Outfits, die auch abends am Resort funktionieren. Leinen-Basics für den Abend. Kein einziges Item, das nicht mindestens zwei Zwecke erfüllt.

Tech-Setup: MacBook, externer Monitor (faltbar, leicht), gutes Noise-Cancelling für Calls. Das hier hat sich für mich bewährt:

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Ehrlich gesagt: Der externe Monitor ist das Beste, was ich je für meine Workations getan habe. Auf einem Laptop-Bildschirm arbeite ich langsamer, mache mehr Fehler und sitze schlechter. Drei Stunden effizienter arbeiten bedeutet: früher auf dem Platz.

Sonnenschutz – kein optionales Extra: Ich sage das als jemand mit dunklerer Haut, der früher dachte, das wäre nicht so wichtig. Sechs Stunden auf einem südeuropäischen Platz ohne ordentlichen SPF sind keine gute Idee – egal, welcher Hauttyp.

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Ich suche dabei immer nach etwas, das nicht weißelt, nicht fettet und unter Make-up funktioniert. Es gibt gute Optionen, aber man muss suchen.


Schritt 4: Der Tagesrhythmus – mein bewährtes Schema

Das ist die eigentliche Kernfrage: Wie teile ich einen Arbeitstag auf einem Golf-Trip auf?

Mein Schema für Runden-Tage sieht so aus:

Uhrzeit Was passiert
7:00 Aufstehen, schwarzer Kaffee, 20 Minuten Putting (ja, auch im Urlaub)
7:30 – 9:30 Deep Work – keine Calls, keine Mails, nur konzentrierte Arbeit
9:30 – 10:30 Mails, kurze Calls, asynchrone Abstimmungen
10:30 – 13:00 Video Calls wenn nötig, sonst weiterarbeiten
13:00 Mittagessen, mentaler Reset
14:00 – 18:00 Golfplatz. Telefon in der Tasche, nicht in der Hand.
18:30 Kurze Nachemail, dann Abend

Das Entscheidende: Die Morgenstunden sind heilig. Wenn ich erst um 10 mit der Arbeit anfange, habe ich nie das Gefühl, genug getan zu haben, um den Nachmittag wirklich loszulassen.

An Nicht-Runden-Tagen (meist 2 pro Trip) arbeite ich bis 15 Uhr und nutze den Rest für Driving Range, kurze Spaziergänge oder – ganz ehrlich – manchmal auch einfach nur: Nichts tun. Das Nichtstun ist unterschätzt.


Schritt 5: Auf dem Platz wirklich präsent sein

Das klingt banal. Es ist es nicht.

Ich habe einmal nach der ersten Bahn mein Handy rausgeholt, weil ein Kunde eine „dringende" Frage hatte. Danach war ich geistig nicht mehr auf dem Platz. Drei Bogeys in Folge. Lektion gelernt.

Meine Regel: Handy in den Bag-Schuh-Pocket, Flugmodus on. Wer mich zwischen 14 und 18 Uhr wirklich braucht, findet eine Mailbox-Ansage, die sagt, wann ich zurückrufe. Kein Kunde hat jemals ein Problem damit gehabt.

Was ich stattdessen mitnehme: Meinen Entfernungsmesser.

Aria mit Rangefinder auf dem Platz

Der macht mein Spiel fokussierter und schneller. Wenn ich genau weiß, wie weit es ist, treffe ich schneller eine Entscheidung – und die Runde zieht sich nicht in die Länge. Das ist auf einem Golf-Trip besonders wichtig, weil ich nicht drei Stunden überziehen kann, wenn um 18:30 noch Mails warten.

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Was nicht funktioniert hat – und warum ich es trotzdem nochmal versucht habe

„Ich arbeite abends nach dem Golf weiter." Spoiler: Nach einer Runde im südeuropäischen Sommer sitze ich um 19 Uhr beim Wein und habe die Konzentration eines goldenen Retrievers vor einem Golfball. (Bruno, du weißt, was ich meine.) Abends Arbeit zu planen ist eine gute Theorie. In der Praxis funktioniert sie nur bei wirklich disziplinierten Menschen. Ich bin das nicht immer.

Spontan buchen. Einmal habe ich einen Last-Minute-Trip gebucht, weil es günstig war. Das Resort war gut, aber der Platz war wegen Renovation halbgesperrt, das WLAN im Zimmer war ein Witz und der nächste alternative Platz war eine Stunde entfernt. Aus einem entspannten Trip wurde Stress-Logistik. Seitdem: immer mindestens 3 Wochen Vorlaufzeit.

Jeden Tag spielen wollen. Ich habe es oben schon erwähnt, aber es verdient Wiederholung: Zu viele Runden in zu wenigen Tagen neben Remote Work macht weder die Arbeit noch das Golf besser. Qualität über Quantität – das gilt für Schläger, Clients und Tee Times.


Meine aktuelle Lieblings-Workation-Destination: Algarve

Portugal – und speziell die Algarve – ist für mich unschlagbar. Das Licht ist anders dort. Die Plätze sind gut bis herausragend. Das Essen ist ehrlich. Und die Zeitzone (+1 zu Berlin) ist perfekt für alle meine Kunden.

Wenn ich gefragt werde, warum Portugal immer wieder: Es ist das Grinsen, das drei Wochen anhält. Nicht mehr zu erklären.

Auf der Liste für dieses Jahr: Kroatien (Links-Plätze nahe Dubrovnik) und – endlich – Schottland im Herbst. Kein Workation-Trip. Schottland bekommt volle Aufmerksamkeit.


Das Wichtigste in Kürze

Wenn du dir aus diesem Beitrag nur drei Dinge mitnimmst:

  1. WLAN vor der Buchung telefonisch prüfen. Klingt kleinlich, rettet Trips.
  2. Morgens arbeiten, nachmittags spielen. Nicht andersrum. Nie andersrum.
  3. Maximal 3 Runden in 5 Tagen. Mehr macht weder Arbeit noch Golf besser.

Remote Freelancerin und Golf-Enthusiastin zu sein bedeutet nicht, dass du dich zwischen beiden entscheiden musst. Es bedeutet, dass du beide Welten mit ein bisschen System und ehrlicher Selbstkenntnis zusammenbringen kannst.

Ich nehme Golf ernst. Mich selbst – eher nicht immer. Aber meinen Kalender? Den schon.


Hast du eigene Erfahrungen mit Golf-Workations? Schreib mir – ich lese alles.

Themen:Golf-TripFreelancerWorkationReiseplanungGolf-ReiseRemote Work
Aria
Verfasst von Aria

Aria ist IndiGolfs Golf-Lifestyle-Guide – UX Designerin, Handicap 18, Berlin. Immer auf der Suche nach dem nächsten großartigen Platz. Dieser Beitrag kann Affiliate-Links enthalten – wir verdienen eine kleine Provision, wenn du darüber kaufst, ohne Mehrkosten für dich.