Ehrlich gesagt: 200 Bälle auf der Driving Range ohne Plan zu schlagen ist ungefähr so sinnvoll wie Netflix schauen und dabei Vokabeln lernen wollen. Diese fünf Drills haben meinen Schwung tatsächlich verändert – und zwar messbar.
Hier ist eine unbequeme Wahrheit über das Golfspielen: Wer einfach Bälle auf der Range drischt, ohne dabei nachzudenken, übt meistens seine Fehler ein. Immer wieder. Bis sie sich tief ins Muskelgedächtnis eingegraben haben.
Die Golferinnen und Golfer, die am schnellsten besser werden, üben mit Absicht – mit gezielten Drills, die konkrete Schwungfehler isolieren und beheben. Ich habe selbst einige Zeit damit verbracht, planlos Bälle zu schlagen (mein Handicap 18 grüßt herzlich), bis ich auf diese fünf Übungen gestoßen bin. Seitdem sieht meine Praxis anders aus – und mein Schwung auch.
Warum die meisten Range-Sessions nichts bringen
Kurz zum Problem. Die meisten Amateurgolfer:innen:
- Warmen sich mit dem Wedge auf und greifen dann sofort zum Driver
- Schlagen 5–10 Bälle pro Schläger, ohne wirklich hinzuschauen
- Fokussieren sich aufs Ergebnis (ist der Ball gerade geflogen?) statt auf den Prozess (war mein Takeaway korrekt?)
- Notieren keine Fortschritte und erkennen keine konkreten Fehler
Gutes Üben ist bewusst. Es bedeutet: Du weißt, welchen Fehler du beheben willst, nutzt eine Übung, die genau dafür gemacht ist, und hast ein klares Kriterium dafür, wann es klappt.
Die 5 Drills
Drill 1: Der Alignment-Stick-Takeaway-Drill
Behebt: Takeaway-Bahn, Schwungebene Zeitbedarf: 15 Minuten
Das Takeaway – die ersten 45 Zentimeter deines Rückschwungs – gibt die Richtung für den gesamten Schwung vor. Die meisten Hochhandicapper nehmen den Schläger entweder zu weit nach innen (führt zu Push oder Hook) oder zu weit nach außen (führt zum Slice).
So geht's:
- Lege einen Alignment Stick entlang deiner Ziellinie, etwa 60 cm hinter dem Ball
- Nimm deine normale Stance ein
- Beginne das Takeaway – der Schlägerkopf bleibt außerhalb des Sticks, bis deine Hände Hüfthöhe erreichen
Erfolgskriterium: Der Schlägerkopf sollte knapp über den Alignment Stick gleiten – nicht darunter oder zu weit innen vorbeikommen.
Warum es funktioniert: Der Stick gibt dir bei jeder Wiederholung sofortiges visuelles Feedback. Du kannst gar kein falsches Gefühl für ein schlechtes Takeaway entwickeln, wenn du die Abweichung direkt siehst.
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Drill 2: Der Zeitlupe-Spiegel-Drill
Behebt: Haltung, Schlägerfacewinkel, Hüftrotation Zeitbedarf: 10 Minuten – ganz ohne Bälle
Für diesen Drill brauchst du einen großen Spiegel oder ein Video von dir. Schwingest du mit 25 % Tempo und schau dir dabei zu.
Was du überprüfen solltest:
- Bei der Adresse: Ist deine Wirbelsäule leicht vom Ziel weg geneigt?
- Auf halber Höhe im Rückschwung: Zeigt der Schlägerkopf mit der Toe nach oben (nicht offen, nicht geschlossen)?
- Oben: Hüfte 45° rotiert, Schultern 90°?
- Bei Impact: Dreht die Hüfte durch, bevor die Arme durchkommen?
- Im Follow-through: Stehst du aufrecht auf dem vorderen Fuß?
Erfolgskriterium: Dein Zeitlupenschwung entspricht den Positionen, die du als korrekt erkannt hast.
Warum es funktioniert: Bälle lenken ab. Ohne den Ball kannst du dich zu 100 % auf die Mechanik konzentrieren. Die meisten sind schockiert, wenn sie sich zum ersten Mal in Zeitlupe zusehen – es sieht selten so aus, wie es sich anfühlt.
Drill 3: Der Füße-zusammen-Balance-Drill
Behebt: Balance, Rhythmus, Überschwingen Zeitbedarf: 20 Minuten
Stelle deine Füße zusammen (wirklich zusammen, Schuhe berühren sich) und schlage volle Schüsse mit einem 7er-Eisen.
Klingt simpel. Ist es am Anfang nicht.
Einstieg: Leichte Chips (25 % Kraft) Steigerung: Halbe Schwünge (50 % Kraft) Ziel: Volle Schwünge mit geschlossenen Füßen und solidem Kontakt
Erfolgskriterium: Gleichmäßiger, sauberer Kontakt aus der Füße-zusammen-Stellung.
Warum es funktioniert: Ohne breite Standfläche muss dein Körper echte Balance und Rhythmus finden. Wer zum Überschwingen neigt, profitiert besonders – du kannst schlicht nicht über deinen Gleichgewichtspunkt hinausschießen, ohne umzufallen.
Nach 15–20 Bällen mit geschlossenen Füßen: Geh zurück zu normalem Stand. Die meisten merken sofort eine verbesserte Balance und einen gleichmäßigeren Rhythmus.
Drill 4: Der Impact-Bag-Drill
Behebt: Impactposition, Handgelenkhaltung bei Impact, Ball-first-Kontakt Zeitbedarf: 15 Minuten
Ein Impact Bag – ein stabiler Trainingssack, den du ohne Schaden treffen kannst – ermöglicht es dir, die Impactposition einzufrieren und statisch zu überprüfen.
So geht's:
- Normaler Aufbau
- Auschwingen und den Sack treffen
- Im Moment des Kontakts einfrieren
- Check: Ist die Hüfte zum Ziel hin offen? Ist das führende Handgelenk flach (nicht nach innen gewölbt)? Liegt das Gewicht vorne?
Zur Not geht auch ein dicker Stapel Handtücher in einem Kissenbezug – aber ein echtes Impact Bag gibt deutlich besseres Feedback.
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Erfolgskriterium: Beim Impact ist das führende Handgelenk flach, die Hüfte etwa 30–45° offen, und 80 % des Gewichts liegen auf dem vorderen Fuß.
Warum es funktioniert: Impact ist das Einzige, was am Ende zählt – alles andere im Schwung existiert nur, um eine gute Impactposition zu erzeugen. Dieser Drill brennt diese Position ins Muskelgedächtnis.
Drill 5: Der 9-Schuss-Drill
Behebt: Ballflugkontrolle, Bewusstsein, Shotmaking insgesamt Zeitbedarf: 30 Minuten
Das hier ist weniger ein einzelner Drill als eine komplette Übungsstruktur – und gleichzeitig mein persönlicher Favorit. Er entwickelt sowohl dein Ball-Striking als auch deine Platzintelligenz.
Die 9 Schüsse: Schlage je 3 Bälle mit einem 7er-Eisen in diesen Varianten:
- Niedrig-links: Niedrig und mit Draw-Kurve
- Niedrig-gerade: Niedrig und gerade
- Niedrig-rechts: Niedrig und mit Fade-Kurve
- Mittel-links, Mittel-gerade, Mittel-rechts: Dasselbe auf normaler Höhe
- Hoch-links, Hoch-gerade, Hoch-rechts: Dasselbe mit hoher Flugbahn
Am Anfang reicht es, die Trajektorien überhaupt zu unterscheiden. Mit der Zeit beginnst du, Schüsse wirklich gezielt zu formen.
Warum es funktioniert: Du zwingst dich nachzudenken, was der Ball tut und warum. Das baut das mentale Modell auf, das dich von jemandem, der einfach nur draufhaut, zu einer strategischen Golferin macht.
Wie du eine Übungseinheit strukturierst
Eine 60-Minuten-Session mit diesen Drills könnte so aussehen:
| Zeit | Aktivität |
|---|---|
| 0–10 Min. | Dehnen & Alignment-Stick-Takeaway (20 Wiederholungen) |
| 10–20 Min. | Zeitlupe-Spiegel-Drill (ohne Bälle) |
| 20–35 Min. | Füße-zusammen-Drill (leicht beginnen, steigern) |
| 35–50 Min. | Impact-Bag-Drill (abwechselnd) |
| 50–60 Min. | 9-Schuss-Drill mit 7er-Eisen |
Fortschritt tracken
Das Wichtigste neben den Drills: Schreib auf, was passiert. Eine kurze Notiz nach jeder Session reicht:
- Welcher Drill hat sich gut angefühlt, welcher nicht?
- Welchen Fehler hast du gezielt bearbeitet?
- Was hast du konkret verbessert bemerkt?
Nach vier Wochen strukturierten Übens sehen die meisten messbare Fortschritte. Nach acht Wochen fangen die Verbesserungen an, sich zu multiplizieren.
Empfohlene Trainingshelfer
- Alignment Sticks (2er-Set)
- Golf Impact Bag
- Schwung-Analyse-Spiegel
- Schwung-Trainingshelfer (Winkelkontrolle)
Wer besser wird, übt mit Absicht. Probiere einfach zwei dieser Drills pro Session für einen Monat – und beobachte, was passiert. Ich wäre wirklich überrascht, wenn sich nichts verändert. ⛳

Aria ist IndiGolfs Golf-Lifestyle-Guide – UX Designerin, Handicap 18, Berlin. Immer auf der Suche nach dem nächsten großartigen Platz. Dieser Beitrag kann Affiliate-Links enthalten – wir verdienen eine kleine Provision, wenn du darüber kaufst, ohne Mehrkosten für dich.
